Sonnenenergie für Reisemobile

Besitzer von Ferien- und Reisemobilen sind zumeist auf Stellplätze mit guter Infrastruktur samt Steckdose angewiesen. Denn ohne Strom funktionieren Kühlschrank, Lampen, Dusche oder TV nicht. Perspektivisch sollen Reisemobile jedoch unabhängig von solchen Stromtankstellen werden. Dafür hat jetzt das in Sachsen angesiedelte Innovationsnetzwerk InoReTex mit Schwerpunkt regenerative Problemlösungen auf textiler Grundlage auch schutzrechtlich die Weichen gestellt.

Das Bündnis von Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen aus sieben Bundesländern will Dächer von Caravan & Co. mit  leistungs- und strapazierfähigen Photovoltaik-Anlagen zur dezentralen energetischen Eigenversorgung bestücken. Dazu muss das rollende Ferienhaus zunächst in Parkposition gebracht werden. Dann wird ein System aus mehreren PV-Modulen über das Dach hinaus ausgeklappt. Auf diese Weise wächst die Solarfläche von 1,8 auf 5,4 Quadratmeter und ermöglicht eine Stromausbeute von bis 1,2 kWh Tagesleistung.

Nach Einschätzung von InoReTex-Netzwerkmanagerin Steffi Volland sei dieses Energievolumen  für die drei zentralen Aufgabenstellungen der Neuentwicklung völlig ausreichend: Die autarke Stromversorgung solle einerseits garantieren, dass die Startbatterie des Fahrzeugs stets genug Kraft habe. Andererseits solle unter Einbeziehung  weiterer Batterien als Zwischenspeicher bereits diffuses Licht zur Ladung ausreichen, sämtliche elektrischen Anwendungen „an Bord“ über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten. Drittens schließlich sollten an der geplanten Ladestation auch Akkus von Elektrofahrrädern und anderen Fortbewegungsmitteln „betankt“ werden können, um den Mobilitätsradius umweltfreundlich nochmals zu erhöhen.

In Zeiten, in denen das Heim auf Rädern ungenutzt steht, kann sein Kleinkraftwerk vom Dach abgenommen und etwa auf dem Carport oder der Garage weiterbetrieben werden.
„Unser Hauptproblem war, bei großer Fläche ein möglichst geringes Gewicht und dennoch hohe Belastbarkeit zu sichern“, erläutert Lutz Ludwig, Chef des gleichnamigen Metallbaubetriebs in Cleebronn, Baden-Württemberg. Hier habe die TechTex-Spezialisierung des Netzwerkes geholfen: „Die PV-Dünnschichtmodule werden auf selbst entwickelte und zum Patent angemeldete textile Leichtbauplatten aus 3DAbstandsgewirken aufgebracht, fügt der gelernte Maschinen- und Anlagenmonteur sowie Metallbaumeister hinzu. Die Verwendung der Trägerplatten aus Textilen-Abstandsgewikt ist eine hervorragende Lösung für eine robuste, leichte und kostengünstige Trägerfläche.
Im Kooperation mit der Firma AlarmPartner-SicherheitsTechnik aus Winnenden die letzte Details der Steuer- und Anschlusstechnik geklärt, wird der erste Prototyp entstehen. Damit wollen die Caravan-Ausstatter auf Fachmessen gehen und nach einem Produktionspartner für die Serienfertigung suchen. Die solle möglichst noch 2013 starten.

www.inoretex.de